Storck Erweiterung – Wir müssen miteinander reden!

Bei der Erweiterung der Firma Storck geht es um sehr viel: viel Wald, viel Grundwasser, viele Arbeitsplätze, viel Gewerbesteuer. Darum müssen wir hier in Halle möglichst schnell in einen für alle Bürger transparenten Diskussionsprozess einsteigen.
Kaum ein Bürger in Halle, der sich nicht schon eine Meinung gebildet hat – für oder gegen die Erweiterung. Und beide Seiten haben recht:
–       Die wirtschaftliche Existenz vieler Menschen und ihrer Familien hängt von der Zukunft der Firma Storck ab. Wir müssen das Schicksal dieser Menschen ernst nehmen. Storck beschäftigt aktuell mehr als 3.000 Mitarbeiter und möchte weitere Arbeitsplätze schaffen. Corona hingegen wird Arbeitsplätze vernichten.
–       Auf der anderen Seite stehen Lebensqualität, Trockenheit und Klimawandel. Wir müssen sorgsam mit unseren Ressourcen umgehen. Die Storck-Erweiterung würde 18 ha weitere Fläche in Anspruch nehmen und zu einem erheblichen Mehrverbrauch an Grundwasser führen. Wald ist wichtig für unsere Lebensqualität und existenziell für unser Klima. Und unser Grundwasser ist für uns alle überlebenswichtig.
Wenn Standpunkte wie hier aufeinanderprallen, muss man miteinander reden, nicht übereinander.
Auf der Ebene des Regionalrates OWL wurden die Pläne der Firma Storck bereits ausführlich diskutiert. Die Bedenken, Anregungen und Hinweise der Bürger füllen als Zusammenfassung 71 Seiten, die der Träger öffentlicher Belange (inbes. Umweltverbände aber auch z.B. die Forstbehörde) füllen 84 Seiten.
Dennoch kam der Regionalrat am Ende zu dem einstimmige Ergebnis, dass das Vorhaben realisiert werden kann. Viele Bedenken und Anregungen wurden dabei einvernehmlich als Hinweis an die Bauleitplanung – also an den Prozess, der nun in der Stadt Halle anläuft – verwiesen.
Damit kommt eine große Verantwortung auf die Bürgermeisterin sowie auf Verwaltung, Rat und Bürger der Stadt Halle zu.
Noch ist nichts entschieden. Aber eines ist klar: Wir müssen reden! Möglichst früh, möglichst ergebnisoffen und miteinander, nicht übereinander. Wir müssen einander ernst nehmen und auf Ausgleich bedacht sein, nicht auf Konfrontation.
Ulrike Sommer hat als Ausschussvorsitzende den Planungsausschuss zum Thema Storck bedauerlicherweise abgesagt. (siehe mein Standpunkt vom 5.Mai) Dieter Jung, Ausschussvorsitzender der Grünen im Umweltausschusses wird das Thema nun für den 12. August auf die Tagesordnung des Umweltausschusses setzen. Hier geht es erst einmal „nur“ um das Thema Wasser. Aber das ist immerhin ein Anfang.

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